Am 1. Juni 1885 tritt Abbe Bérenger Saunière in Rennes le Chateau sein Amt als Pfarrer an. Bei der Renovierung der baufälligen Kirche entdeckt der Abbe angeblich mehrere geheimnisvolle Pergamente. Nachdem im Zuge weiterer Arbeiten der Bodenbelag der Kirche abgetragen wird, legen die Arbeiter ein Versteck im Boden frei. Sein Tagebucheintrag vom 21.9.1891 "Grab entdeckt". Was in dieser Zeit dort tatsächlich geschehen ist und was der Abbé bei seinen Tätigkeiten dort entdeckt hat, ist bis heute unklar. Terriblis est locus iste – dieser Ort ist schrecklich, lässt der Abbé über dem Kirchenportal einmeißeln. Der vorher mittellose Abbé gelangt innerhalb kurzer Zeit zu bedeutendem Reichtum. Er gibt in den darauf folgenden Jahren, umgerechnet, über eine Millionen Euro aus. Ab etwa 1900 kauft Saunière alle Grundstücke in Rennes le Chateau, die an die Kirche angrenzen und in den Folgejahren bis 1905 weitere in der Umgebung. Er beginnt nun mit seinen privaten Bauarbeiten, die sich über 8 Jahre hinziehen werden. Er beginnt zuerst mit dem Bau der Villa Bethania. Nach weiteren Baumaßnahmen realisiert er 1907 den Bau eines Turmes - das heutige Wahrzeichen von Rennes le Château.

   

Wir verfolgen zahlreiche Spuren um den Mythos von Rennes le Chateau. Klassische Autoren zum Thema, wie de Sede, Lincoln, Andrews & Schellenberger werden mit ihren Thesen vorgestellt. Welche Rolle spielten Abbe Boudet und sein Kollege Gelis in dieser Geschichte? Was wusste Marie Denarnaud wirklich über das das Geheimnis des Berenger Sauniere?
Das Umfeld von Rennes le Chateau findet auf dieser Web-Site besondere Beachtung. Umliegende Orte wie Rennes les Bains, Coustaussa, Camp Grande, Chateau Bezu und zahlreiche weitere Orte werden ausführlich dokumentiert. Wir erkunden die alten Mienen am Blanchefort und bei Arques.

Ist die Lage von Rennes le Chateau mit dem antiken Rhaede identisch? Welche Rolle spielten die Templer und Katharer (Montsegur) in der Rennes le Chateau Story? Gibt es die legendäre Krypta der "Seigneurs de Rennes" unter der alten Dorfkirche tatsächlich? Zahlreiche Raubgrabungen, die heute verschlossen sind, waren zur Zeit unserer ersten Dreharbeiten noch frei zugänglich und sind auf unserer DVD dokumentiert. Durch einen heute zugemauerten  Tunnel stoßen wir im Jahr 1998 bis an die Fundamente der Kirche vor. Schon in den 50er Jahren versuchte Noel Corbu dem Geheimnis des Abbe auf den Grund zu gehen. In dieser Zeit führten Cholet und Pellet   auf dem Grundstück des Abbe und im Umfeld die ersten Raubgrabungen aus und trieben einen Stollen bis unter die Kirche vor.

   

 

Wie ist der Abbé zu dem Geld gekommen?


A. Messehandel
Gegen Ende des 19. und auch noch Anfang des 20. Jahrhunderts besserten viele Priester ihr karges Gehalt mit dem organisierten Lesen von Messen auf. Sie bekamen auf Anfrage an ihre Diözese eine bestimmte Anzahl von Messen zugeteilt, die anschließend abgerechnet wurden. Hierfür bestand eine rege Nachfrage von Privatpersonen und Organisationen etc. Dieses System verselbstständigte sich insofern, dass Priester diesen Organisationsablauf, der normalerweise über die Diözese geregelt wurde, selbstständig in die Hand nahmen und selbige dafür auch aufhielten, um so ihren Lebensunterhalt aufzubessern.
 René Descadeillas versucht in seinem Buch Mythologie du Trésor de Rennes nachzuweisen, dass Sauinières Reichtum zum Teil oder komplett aus einem von dem Priester perfekt organisierten Messehandel stammt. Er konzentriert sich hierbei auf den regen Postverkehr des Abbé, demzufolge jede Woche eine Unmenge von kleineren Postüberweisungen, mit Beträgen bis zu 40 Franc, bei Sauinière und auch auf den Namen seiner Haushälterin von dem Priester eingenommen wurden. Derselben Quelle nach soll der Abbé sogar landesweit Anzeigen in der Presse geschaltet haben. In dem Buch von Corbu - Captier L'héritage de l'abbé Saunière schlagen die Autoren mit verschiedenen Belegen in dieselbe Kerbe. Irgendwann soll ihm aber dann die Kontrolle über sein kleines Wirtschaftsunternehmen entglitten sein, denn er geriet mit dem Lesen seiner Messen bereits 1893 in Rückstand. Er liest im Juli 1893 Messen, die bereits im Mai terminiert waren.
 Auch Jean-Jacques Bedu kommt in seinem Buch "Autopsie d'un Mythe" zu der Schlussfolgerung, dass sich der Abbé in seinem schon industriell praktizierten Messehandel verstrickte und letztendlich das Opfer seiner eigenen Gier geworden ist. Bis 1894 finden sich tabellarische Aufstellungen über eine Unmenge von Geldbeträgen in den Aufzeichnungen des Abbé, die dann, ab diesem Zeitpunkt, schlagartig abbrechen.
 Auch Descadeillas bezieht in seinem Buch "Mythologie du trésor de Rennes" eine entgegengesetzte Position zu der de Sède/Plantard Connection und lässt in seinen drei Werken zu diesem Thema kein gutes Haar an diesen Autoren. Die Gegner der oben genannten Theorie fügen hierbei an, dass die Zeit, die dem Abbé für genannte Praktiken zu Verfügung stand, niemals ausreichen konnte, einen derartigen Reichtum anzuhäufen und sie versuchen den rechnerischen Beweis dafür anzutreten. Gleichfalls beziehen sie sich auf hinterlassene Aufzeichnungen des Abbé, aus denen hervorgeht, dass solche Praktiken am 9. Januar 1894 eingestellt wurden (wobei sie nicht ausschließen können, dass es eben bis zu diesem Zeitpunkt so gelaufen sein könnte). Jedenfalls sind ab diesem Zeitpunkt keine tabellarischen Aufzeichnungen dieser Art des Abbé in seinen Hinterlassenschaften mehr anzutreffen.


 

         


 

B. Der Schatzfund beziehungsweise die Entdeckung eines großen Geheimnisses:
 Von einem Schatzfund, beziehungsweise der Entdeckung eines großen Geheimnisses, wird nach den Versuchen Corbus erstmals wieder in den Publikationen de Sèdes 1964 die Rede sein (gespeist von Informationen Plantard´s und Philippe de Chérisey). Demzufolge fand Saunière bei den Renovierungsarbeiten an seiner Kirche geheimnisvolle Pergamente, von denen der Öffentlichkeit jedoch nur zwei Pergamente vorgestellt werden:
 Das sogenannte Pergament 1 (das kleine Pergament) sowie das Pergament 2 (das große Pergament). Hierbei soll es sich Angaben Plantards zufolge jedoch nur um ein Pergament gehandelt haben (Vorder- und Rückseite), die von de Chérisey kopiert und dann als zwei Exemplare de Sède zu Verfügung gestellt wurden, der sie dann in seinen Werken veröffentlichte. Die anderen Pergamente entziehen sich auf verschlungenen Pfaden der Öffentlichkeit und werden außer Landes (nach England) gebracht und sollen sich nun in dem Schließfach einer Bank in Paris befinden.
 Da die Entschlüsselung der Pergamente die Kapazität Saunières überforderte, wandte sich dieser nun, mit dem Segen des Bischofs von Carcassonne, an einen Spezialisten. Er reiste nach Paris, um sich der Hilfe Emile Hoffets bei der Dechiffrierung zu bedienen. Er besorgte sich im Louvre drei Kopien von den Bildern klassischer Meister. Das entscheidende Bild hierbei stammt von Poussin und soll eine Landschaft nahe Rennes le Château (Pontils) widerspiegeln und Bezug auf ein dort befindliches Grab nehmen. Nach Rückkehr in sein Dorf gelingt dem Abbé mit Hilfe der neu gewonnenen Informationen der Durchbruch. Er entdeckt den Schatz, beziehungsweise das Geheimnis. Aufgrund der Umstände, dass der Fund nicht näher beschrieben wird, öffnet sich der Spekulation hierüber Tür und Tor. Lincoln greift die Geschichte auf, um sich über die Plantard Connection weitere Information in dieser Angelegenheit zu verschaffen. Nun erfährt die Öffentlichkeit aus dieser Quelle etwas über das Innenleben eines Priorats von Zion (Prieuré de Sion) und warum die anderen Pergamente die Öffentlichkeit nie erreicht haben.
 
 Ein Messehandel des Abbé ist, aus seinen eigenen Aufzeichnungen zufolge, sowie auch den Anklageschriften des Bischofs von Carcassonne nach zu entnehmen, sehr wahrscheinlich. Die Frage nach dem Umfang des tatsächlichen Kapitalgewinns, den er aus diesen Unternehmungen geschlagen hat, bleibt offen. Möglicherweise wurden nicht alle von ihm getätigten Investitionen aus dieser Quelle gespeist, womit sich die Frage nach dem "Rest" stellt. Die Möglichkeiten eines kleinen Schatzfundes oder was auch immer, ist nicht so leicht zu beantworten. Allerdings hätten sich die Umstände eines möglichen Schatzfundes sicherlich nicht so abgespielt, wie es uns verschiedene Autoren glauben machen wollen. Eine Betrachtung der Strömung de Sède / Plantard macht schnell verschiedene Diskrepanzen sichtbar. Das Grab von Pontils passt aus verschiedenen Gründen weder zu dem Bild Poussins, noch zu der Geschichte von Rennes le Château und lässt einen luftigen Eindruck über das Konstrukt ihrer Produzenten entstehen: Der Hintergrund des Bildes stimmt nicht mit der Landschaft überein und das Grab ist erst nach 1900 entstanden.
 Auch ist zu der sogenannten Prieuré de Sion zu sagen, dass eine von den Autoren geschilderte Prieuré in dieser Form historisch nicht belegbar ist. Die von de Sède verbreiteten so genannten Pergamente lassen sich ebenfalls in Frage stellen (eine Schöpfung de Chérisey´s - siehe auch Kodex Bezae).
 Auch ist der angegebene Fundort der Pergamente als Fake entlarvt. Sie verlegen den Fundort in den westgotischen Altarpfeiler. Nun stand dieser Pfeiler bis vor einiger Zeit verkehrt herum aufgestellt im Garten der Kirche und es ließ sich nicht ermitteln, ob der Pfeiler an dieser Stelle über eine Öffnung verfügt, in der sich derart sperrige Objekte unterbringen ließen. Der Pfeiler steht nun im Museum. Jedermann kann erkennen, dass in der Verzapfung auf der Oberseite des Pfeilers für solche Objekte kein Platz ist.
 Auch Hinweise der "Spur" von Corbu führen zu keinem schlüssigen Ergebnis. Zwar taucht auch hier ein einzelnes Pergament auf, das in einem Holzpfeiler gefunden wurde, doch werden hierzu keine weiteren Angaben gemacht. Der Verbreitung dieser Geschichte zufolge hat der Abbé seinen Reichtum einem Schatzfund zu verdanken. Nichts desto trotz muss das Geld für seine immensen Bautätigkeiten letztendlich vorhanden gewesen sein, denn alle Rechnungen wurden von ihm beglichen. Durch seine royalistische Gesinnung wäre es ebenfalls möglich, dass der Abbé unter dem Landadel der Gegend so manchen Spender und Sponsoren für die Finanzierung seiner Projekte gewinnen konnte.


 

 


Raubgrabungen in Rennes le Chateau:

Quellen: Cholet, Pellet, Corbu

Cholet, der in den 60er Jahren die 1. offizielle Grabungen innerhalb der Kirche durchführt, beginnt seinen Bericht mit einer historischen Abhandlung über RLC. Seine Quellenangaben hierzu sind leider wenig weiterführend. Er verweist in diesem Teil seiner Abhandlung auf eine weitere Kirche, die sich in dem Dorf befunden haben soll (St. Pierre) und die bei der Eroberung durch die Truppen des H. Trastamare restlos geschleift wurde.
In diesem Zusammenhang wird auch auf angebliche Untergeschosse in dem Plateau von RLC eingegangen, die durch einen Zugang besagter Kirche zu erreichen gewesen sein sollen. Die genaue Lage dieser Untergeschosse, sollen auf einem nicht näher bezeichneten Dokument eingezeichnet sein. Diese Untergeschosse sollen durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem mit der Burg von Blanchefort und Coustaussa in Verbindung gestanden haben.

 Nach dem historischen Vorbau in seinem Bericht wendet sich Cholet dann den Grabungsaktivitäten des Beringer Sauniere zu: "die Arbeiter waren den ganzen Vormittag damit beschäftigt eine schwere Steinplatte in der Kirche zu heben. Gegen Mittag ist es geschafft. Nachdem die Arbeiter die Steinplatte hoch gewuchtet haben gähnt ihnen eine finstere Öffnung am Boden entgegen. Die Stufen einer Treppe führen in die Tiefe".
Zu seinen eigenen Grabungen äußert Cholet sich dann wie folgt: "unsere Grabungen vor und hinter dem Altar brachten kein Resultat. Wir drangen bei den Grabungen bis auf den gewachsenen Untergrund des Felsplateaus vor. Hier stießen wir an der Südseite in der Kirche auf mehrere leere Hohlräume. Unter der Treppe zur Kanzel entdeckten wir die zugeschütteten Reste einer Wendeltreppe, die in die Tiefe führte. In der gegenüberliegenden Sakristai wurde im Bodenbereich eine Treppe entdeckt, die in Richtung Süden verläuft".
Beide Funde wurden seltsamerweise nicht weiter verfolgt. Auch finden sie in dem weiteren Verlauf der Grabungsarbeiten keinerlei Erwähnung mehr.
Cholet schildert anschließend, wie sich Domergue ein Jahr später durch einen 18 Meter langer Tunnel bis unter den Altar in der Kirche wühlt. In seinem Bericht brachten auch diese Aktivitäten keinerlei Erkenntnisse über mögliche Untergeschosse oder der vermuteten Krypta unter der Kirche.
Im Garten neben dem Friedhofseingang wurden bei Raubgrabung in den 60er Jahren die sterblichen Überreste von 3 Personen entdeckt - stumme Zeugen eines Verbrechens, das bis heute nicht aufgeklärt ist. Ein 20 Meter tiefer Schacht wird hier gegraben. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist nicht dokumentiert - der Schacht wird später wieder zugeschüttet.

1968 ist Buthion Eigentümer des Anwesens. In dieser Zeit gräbt Jean Pellet in der Mitte, des an die Villa Bethania angrenzenden Garten des Abbé, einen tiefen Schacht in das Plateau. In über 10 Meter Tiefe stößt er auf archäologische Artefakte. In einem Interview mit Pellet ist die Rede von einem verschütteten Gewölbe als Teil eines alten Untergeschoss. Der Schacht wird kurze Zeit später auf Veranlassung Buthions wieder zugeschüttet und versiegelt.

Tourist Office - Von dem ehemaligen Pferdestall gegenüber der Kirche, in dem sich heute der Tourist Office befindet, gähnt früher ein finsteres Loch im Boden dem Besucher entgegen. Von hier aus wurde der Versuch unternommen die Kirche zu untertunneln, um dem Geheimnis des Abbe auf die Spur zu kommen. Der Versuch schlug allerdings fehl. Der Boden über dem Tunnel senkte sich und brachte die Grabung zu Einsturz.

Der Arbeitsraum Saunières im Erdgeschoss der Tour Magdala. Durch den Fußboden haben Raubgräber einen Schacht in das Fundament getrieben und ihn anschließend wieder sorgfältig verschlossen. Bei einer Fernsondierung im Jahr 2001 wird hier in 2 Meter Tiefe neben der alten Grabung eine Unregelmäßigkeit in der Bodenstruktur festgestellt. Der Boden wurde daraufhin erneut aufgehackt und ein etwa 2m tiefer Schacht wurde gegraben. Gefunden wurde bei dieser spektakulären Aktion nichts (ein Steinbrocken wurde freigelegt, der für besagte Unregelmäßigkeit verantwortlich gemacht wurde). Das einzige Resultat dieser Bemühung - der Riss im Fundament des Turms hat sich nun erweitert.

Im Bereich der Wallanlage, direkt neben dem Tour Magdala stoßen wir auf eine weitere Raubgrabung. Der Abraum vermittelt einen Eindruck über den Umfang dieser Grabung. Ein enger Schacht führt etwa 10 Meter tief in den gewachsenen Felsen de Plateaus. Wollte man sich hier Zugang zu den unterirdischen Gewölben in Felsplateau verschaffen, von denen auch bei Pellet die Rede ist? Als wir uns im Sommer 1999 mühevoll den Schacht hinunter begeben, stoßen wir auf den Anfang eines Stollens, der nach wenigen Metern endet.

Die Orangerie - Hier im Untergeschoss wurde 2002 der Zugang zu einer weiteren umfangreichen Grabung freigelegt. Unter der Wendeltreppe führt ein Tunnelsystem tief in das Felsplateau. Der Schacht im Untergeschoß der Orangerie (unter der Wendeltreppe) folgt einer Felsspalte mehrere Meter senkrecht nach unten. Von hier aus führt ein Stollen in Richtung des Pfarrhauses. Die Feuerwehr von Couiza wurde auf Betreiben des Bürgermeisters 2002 zur Erkundung des Stollens hier eingesetzt. Danach wurde der Zugang verschlossen. Gefunden wurde bei dieser Aktion nichts. Auch unsere eigene Erkundung seinerzeit erbrachte keine neuen Erkenntnisse. Der Stollen folgte einer natürlichen Felsspalte und verlor sich im Untergrund. 

Außenmauer des Friedhofs - vier Grabungen fanden in der Außenmauer des Friedhofs statt. Die aufwendigste Raubgrabung wurde bereits vor mehreren Jahren zugemauert. Hier wurde ein weiterer Versuch unternommen die Kirche zu untertunneln. Der Stollen führt von der Außenmauer unter dem Friedhof entlang und endet unter der Westseite der Kirche an den Fundamenten zwischen Kirche und Pfarrhaus

Bei einer Fernsondierung mit modernen, technischen Equipment werden 2001 Unregelmäßigkeiten unter dem Boden der Kirche festgestellt. Die Frage, ob es sich bei diesen Störungen im Boden um Folgen der damaligen Raubgrabungen handelt, oder ob man die Position einer Krypta lokalisiert hat, bleibt letztendlich offen, denn eine weiterführende Sondierung bzw. Grabung findet in der Kirche bis heute nicht statt. Alle Berichte die sich auf diese Sondierung beziehen und die als Resultat der Untersuchungen die genaue Lage der Krypta propagieren oder gar von ersten Fotos reden sind Fantasieprodukte ihrer Verbreiter.

Aktuelle Grabungen: Die Grabungen die dann tatsächlich aufgrund dieser Untersuchungen gestartet wurden, fanden in der Tour Magdala statt. Ausgerechnet an der Stelle, an der in den 60er Jahren bereits schon eine Grabung (mit allerdings nicht dokumentierten Ausgang) stattfand. Das Resultat heutiger Bemühungen war ein Fehlschlag. Es wurde ein großer Stein an die Oberfläche transportiert.

 


 

Links:

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Der imaginäre Schatz des Abbe

Ein Schatz (verteilt in 12 Verstecken)
Die Theorie, dass in der Region von Rennes le Château oder Rennes les Bains ein  Schatz in 12 Verstecken existiert, wird durch die Interpretation des Buches vom Abbé Boudet
 aufgestellt. 1886 publiziert der Abbé sein Buch "La vraie langue celtique et le cromleck de rennes les Bains", in deutsch "Die wahre keltische Sprache und der Steinkreis von Rennes les Bains". Das Buch erscheint nur in einer geringen Auflage. In dem Buch sind unter anderem verschiedene Zeichnungen sowie eine Karte der Umgebung von Rennes les Bains enthalten. Auf dieser Karte befinden sich vier Kreuze (Markierungen). Ein Kreuz befindet sich im Serbairou  , an einem Abhang zur Sales. Nach weit verbreiteter Meinung enthält das Buch verschlüsselte Geheimnisse der Familie Blanchefort und soll Hinweise auf 12 Verstecke zu den Hinterlassenschaften der Westgoten enthalten.

Der Schatz der Katharer
Am 16. März 1244 fällt Montsegur  . Über 300 Katharer ergeben sich nach einer Belagerungszeit von knapp 9 Monaten dem Kreuzfahrerheer. Den Belagerten wird ein Ultimatum gestellt. Sie sollen die Burg übergeben, ihrer Irrlehre abschwören und erhalten dafür freien Abzug. Auch sollen sie ihr Hab und Gut mitführen dürfen. Auf einer Wiese unterhalb der Burg, Camp Cremats genannt, erfüllt sich danach das Schicksal der Abschwörungsunwilligen. 205 Bewahrer des Glaubens, Frauen und Kinder, sollen hier im Namen der heiligen Inquisition ihren Tod durch die Flammen finden. Noch in der Nacht vor der Übergabe gelingt es drei Katharern, sich über die Felsklippen in einer kalten Märznacht abzuseilen. Sie führen ihr Heiligtum, den wahren Schatz der Katharer mit sich. Bis heute wird spekuliert, was damals in der kalten Winternacht unter unglaublichem Aufwand und Gefahren auf diesem Weg in letzter Sekunde aus der belagerten Burg in Sicherheit gebracht wurde. Waren es brisante schriftliche Überlieferungen, die für die Kirche eine Gefahr darstellten, handelte es sich um Kultgegenstände, die auf keinen Fall in die Hände der Inquisition fallen sollten? Auf jeden Fall liegt der Ort dieses Geschehens nicht weit entfernt von Rennes le Château und es ist nicht ausgeschlossen, das dieser legendäre Schatz, die mysteriöse Hinterlassenschaft der alten Katharer, hier in der Umgebung versteckt wurde. In dem Video auf dieser DVD wird diese Möglichkeit weiter verfolgt.

Der Schatz der Templer
Als die Templer nach ihrer Niederlage in Outreamer unter der Führung des Großmeisters Molay nach Frankreich zurückkehren, führen sie vermutlich nicht nur ihre Kriegskasse mit sich. Wenig später werden sie in einer einmaligen Aktion von Phillip dem Schönen und Nogarat am 13. November im Jahr 1307 zerschlagen und (fast) restlos vernichtet. Es ist viel über ihre unermesslichen Schätze, die sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem Haupttempel in Paris befunden haben sollen, spekuliert worden. Die von der Inquisition verhörten Templer sagten aus, dass der Präzeptor von Frankreich in der Nacht vor der Verhaftungswelle das Pariser Ordenshaus mit drei Wagen, auf dem der komplette Schatz des Generalvisitators, sowie wichtige Aufzeichnungen geladen waren, verlassen hätte. Wohin diese kostbare Fracht verbracht wurde, ist bis heute nicht geklärt. Neben Spekulationen, dass die Reise zur Küste ging, um dann auf Schiffe der Templerflotte verladen zu werden, halten sich auch Gerüchte, dass die Ladung in den Süden Frankreichs verbracht wurde. Befürworter der Theorie, dass es sich bei dem Schatz von Rennes le Château um den verschollenen Templerschatz handeln könnte, halten auch Aktivitäten der Templer in dieser Gegend für ein Zeichen, dass hier schon möglicherweise vor Rückzug der Templer nach Frankreich ein sicheres Versteck für den Schatz vorbereitet wurde. Allerdings verschweigen alle (oder fast alle) Publikationen zu diesem Thema einen wichtigen Umstand. Nach Festsetzung der Templer in Frankreich stieg der Goldanteil in der französischen Münze bedeutend an, womit sich die Frage nach dem Verbleib des Hauptteils des Templergoldes wohl beantworten lässt.

Ein die Evangelien in Frage stellendes Dokument.
Bei Renovierungsarbeiten seiner Kirche stößt Abbé Bérenger Saunière in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts auf ein Versteck in einem Hohlraum des Altarpfeilers, das verschiedene Pergamente enthält. Nach erfolgreicher Dechiffrierung von zwei der verschlüsselten Pergamente und einer Reihe weiterer Aktivitäten schwimmt der Abbé geradezu in Geld. Zwei dieser Pergamente (Genealogien) sollen aus den Jahren 1244 und 1644 stammen und als weiteres Pergament ist ein Testament von 1695 benannt. Die anderen Pergamente sollen aus jüngerer Zeit stammen und von einem Vorgänger Saunières, dem Abbé Antoine Bigou, verfasst worden sein. Es handelt sich hierbei um die sogenannten Pergamente 1 und 2. Aus den Pergamenten soll angeblich weiter zu entnehmen sein, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und dass sie nach der Kreuzigung nach Frankreich flohen. Dort sollen sie weiter gelebt und Kinder gezeugt haben. Diese Blutslinie soll sich dann weiter fortgesetzt haben und in den Merowingern aufgegangen sein. Diese brisante Information soll dem Vatikan und weltlichen Gruppierungen viel Geld wert gewesen sein. Siehe hierzu auch die Nag Hammadi Papyri! Eine Fortsetzung dieser Theorie durch Andrews & Schellenberger soll hier noch abschließend genannt werden: Das Grab Christi liegt in Rennes le Château, unter dem Berg "Mont Cardou" .

Die Kriegskasse von Blancas von Castilien
Um 1250 bringt Blancas von Castilien, die Mutter des französichen Königs, einen großen Geldbetrag als Lösegeld für ihren Sohn auf, der bei seinem Kreuzzug in die Hand der Sarazenen fällt. Zusammen mit ihrer Kriegskasse soll sie das Geld bei Unruhen im Land in ein sicheres Versteck in den Süden des Landes verbracht haben. Nach Beendigung der Unruhen wird das Lösegeld zum Freikauf des Königs eingesetzt. Die Kriegskasse verbleibt angeblich im Versteck. Nachdem Blancas kurz darauf stirbt, gilt die Kriegskasse als verschollen.


"Fake-News" aus und um Rennes le Château

Die Zahl der veröffentlichten Werke zu dem Thema Rennes le Château ist Legion. Mangels neuer Informationen steht die Mehrzahl der Autoren vor dem Problem, die Bedürfnisse ihrer Leser nach "neuen Informationen" zu befriedigen. So werden zahlreiche Ausschmückungen und "neue Fakten" in die Geschichte eingefügt, die sich allerdings bei genauerer Betrachtung als luftige Konstrukte erweisen.


Hierzu einige Beispiele:

Die Pergamente (Pergament 1 & 2)
Die Pergamente in der Geschichte um Rennes le Château (Pergament 1 &2) sind offensichtlich von Plantard und Cherisey selbst angefertigt. Spätestens nach der Terra X Sendung zum Thema wird klar, dass die Pergamente, die erstmals in einem Buch von de Sede veröffentlicht wurden, nicht das sind, was sie versuchen vorzugeben. Siehe auch Pergamente und weiteres im Internet.

Das Priorat von Zion (Prieuré de Sion)  soll zur Zeit der Kreuzzüge gegründet worden. Eine weitere erfolgreiche Erfindung der Plantard-Connection. Dieser Komplex der Geschichte ist eine freie Erfindung ihrer Verbreiter und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Le Serpent Rouge - Ein Pamphlet aus dem Dunstkreis der Rennes le Chateau Story - Das Machwerk fällt in die gleiche Kategorie wie die Prieure de Sion und stammt "zufälligerweise" auch aus der gleichen Quelle (Plantard & Cherisey). In einem Interview berichtet Plantard ausführlich, wie das Schriftstück fabriziert wurde.

Ab 1915 verfügt Saunière wieder über große finanzielle Mittel und plant, bis kurz vor seinem Tod, größere Bauvorhaben. Zitat Corbu:"Er wollte 1917 weitere größere Bauvorhaben in Angriff nehmen, wie die Errichtung eines 50 m hohen Turms. Außerdem plante er die Wiederherstellung des alten Ringwalls um das Dorf, wie er ihn bereits zwischen der Tour Magdala und der Orangerie realisiert hatte und eine Erweiterung des bestehenden Turms um ein Stockwerk. Er soll sogar noch am 5. Januar 1917 die Planungen abgeschlossen und die Aufträge zur Ausführung der Bauvorhaben erteilt haben." Aber noch bevor er seine Pläne verwirklichen kann, stirbt er plötzlich am 17. Januar 1917. In dem Buch ‘L’Héritage de l’Abbé Saunière’ von der Tochter Corbus und ihrem Ehemann Antoine Captier ist lediglich die Rede von der Planung eines kleineren Gartenhauses. Dieses Vorhaben soll derselben Quelle zufolge aus Kostengründen bereits 1915 aufgegeben worden sein.

Otto Rahn und die SS
Wohl animiert von der "Indiana Jones Serie" kamen in der Vergangenheit verschieden Autoren auf die Idee, den Rennes le Château Komplex mit dieser Variante anzureichern.
Otto Rahn:
geboren 1904 im hessischen Michelstadt. Nach seinem Schulabschluss belegte er zuerst den Studiengang Jura und danach studierte er Literatur und Geschichte. Rahn verließ die Universität ohne Abschluss und reiste Anfang der 30er Jahre nach Südfrankreich. Hier lernte er dann Magre Lind und Gadal kennen. Wohl eher von einer romantischen Grundstimmung als von konkretem Wissen angetrieben, nähert er sich über die Parzival-Dichtung des Wolfram von Eschenbach der Geschichte der Katharer. So identifiziert er dann schließlich den Montsegur mit der Gralsburg Montsalvatsche. In der Zeit von 1930-32 erforscht er mit Gadal in dem Gebiet von Ornolac/Ussat les Bains (Ariege) die dortigen Höhlen nach Spuren der Katharer. Er verfügt in dieser Zeit über kein eigenes Einkommen und ist finanziell von der Gräfin de Pujol-Murat abhängig. Mit deren Auto führte er dann auch seine Exkursionen in unmittelbarer Umgebung von Ornolac und Montsegur durch. Ein Versuch, sich aus der finanziellen Abhängigkeit der Gräfin zu befreien, scheiterte und er war letztendlich gezwungen, wieder nach Deutschland zurückzukehren. 1933 veröffentlichte er dann sein Werk "Kreuzzug gegen den Gral". Die französische Übersetzung folgte bereits ein Jahr später. Rahn tritt nun der SS bzw. der von Himmler aufgebaute "Wissenschaftsorganisation Ahnenerbe" bei. Zwischen 1936 und 1937 unternimmt er dann Forschungsreisen nach Island und Finnland. Es kommt dabei wohl auch zu Kontakten zu den Okkultisten im Dunstkreis Himmlers. Möglicherweise geprägt von diesem Einfluss entsteht dann sein Werk "Luzifers Hofgesind". In diesem Buch beschrieb er dann auch ausführlich welche Orte er bei seiner "Südfrankreich-Exkursion" damals tatsächlich aufsuchte. Rennes le Chateau wird jedenfalls in keinem seiner Bücher mit einem einzigen Wort erwähnt. Vielmehr war es wohl die spätere Verbindung Rahns mit der SS, die mehrere Schreiberlinge inspirierte, fiktive Augenzeugen in Rennes le Chateau zu bemühen, um eine Verbindung Rahns in dieser Angelegenheit herzustellen. Wohl frei nach dem Motto: die Nazis auf der Suche nach dem heiligen Gral á la Indiana Jones. Absurder Unsinn, der in den Geschichten um Rennes le Chateau überwiegend anzutreffen ist. 1938 kommt es dann zu einem Zerwürfnis zwischen Rahn und seinen Kollegen vom Ahnenerbe. Im März 1939 fand man seinen Leichnam erfroren am Wilden Kaiser.

 Das Grab von Christus (Perillos)
An Unsinn wohl kaum zu überbieten! Die große Geschichte eines kleinen Franzosen mit dem Namen Douzet. In Frankreich absolut gemieden und als Fantast oder gar als Spinner bezeichnet, unternimmt Douzet nun den Versuch, diese Absurdität in Deutschland zu verbreiten. Douzet will mit Hilfe eines Landschaftsmodells in unmittelbarer Nähe von Perillos auf das Grab von Christus gestoßen sein. Mit der Galileo Spezial Sendung dürfte er wohl eine erste Bruchlandung hingelegt haben. In dieser bunt schillernden Sendung bietet Douzet Pro7 die Position des Jesus Grabs für eine Millionen Euro an. Die Frage, die sich dann aufdrängt: warum versteigert er den Erlöser nicht gleich bei E-Bay? Siehe auch Perillos.

Der Tafelberg Casteillas  soll im Auftrag von den Rothschilds auf der Suche nach einem Schatz abgetragen worden sein. Siehe auch Casteillas.

Das Grab von Pontils soll auf einem Gemälde von Poussin abgebildet sein.
Das Grab stand auf einem Felshügel, der sich ca. 50 Meter von der Straße nach Arques direkt neben einer Steinbrücke befindet und ist von dort gut einzusehen. Heute ist noch deutlich das Fundament und somit die Position und Ausrichtung des Grabes zu erkennen. Das Grab wurde bis 1933 fertig gestellt. Nach Aussage von Pierre Jarnac in dem Buch "Historie du trésor de Rennes-le-Château" wurde das erste Grab an dieser Stelle um 1903 angelegt und mit einem Grabstein (dalle funéraire) versehen. Erst um 1933 soll das zweite Grab, das auf alten Fotos noch zu sehen ist, von Louis Lawrence erstellt worden sein. Am 9. April 1988 wurde es von seinem Besitzer Roussett zerstört, da er die Anwesenheit der Touristen, die immer wieder auf seinem Grundstück herumtrampelten, nicht länger ertragen wollte. Vor 1900 hat es, im Gegensatz zu den Angaben gewisser Autoren, an dieser Stelle jedoch kein Grab gegeben! Ein Bezug des Grabes zu dem Bild Poussins im Zusammenhang des Pariser Null-Meridians scheint grotesk und an den Haaren herbeigezogen. Weder lässt sich der Hintergrund auf dem Gemälde des Meisters mit der Landschaft bei Pontils in Verbindung bringen, noch besteht irgendein Zusammenhang mit dem Pariser Null-Meridian. Als klar wird, dass das Foto von dem Grab, das oben genannte Grab aus dem 20. Jahrhundert zeigt, wird kurzerhand verbreitet, dass sich ja möglicherweise in der Vergangenheit, ein vergleichbares Grab an eben dieser Stelle befunden hat.

 


Bücher: 

Der Heilige Gral und seine Erben
Lincoln, Baigent, Leigh
Bastei-Lübbe ISBN:3404601823

Das letzte Grab Christi
Richard Andrews/Paul Schellenberger
Bastei Lübbe ISBN 3-404-64167-1

Der heilige Gral
Malcom Godwin
Heyne ISBN 3-453-09894-3

Der Muezzin von Rennes-Le-Château
Udo Vits
Ancient Mail Verlag

Die Geheimen Manuskripte, Schätze und Botschaften der Templer
Monika Hauf
ISBN:3890943136

Die Wächter des heiligen Gral
Franjo Terhart
Bastei Lübbe ISBN 3-404-70182-8

Abbe Sauniere und der Schatz der Templer
Thomas Ritter
ISBN: 3930219492

Rennes-le-Chateau Rätsel in den Pyrenäen
Thomas Ritter
ISBN 3-89094-345-4, 168 Seiten mit diversen 4-Farb-Abbildungen, € 19,95

Die verborgene Kirche des Grals
Sabina Marineo
ISBN: 389094518X ,Bohmeier

Die Templer, der Gral und der Mann mit der eisernen Maske. Der Zeigefinger
des Täufers

Sabina Marineo
ISBN: 389094423X ,Bohmeier

Die Wahre Sprache der Kelten und der Kromleck von Rennes-les-Bains
Olaf Jacobskötter
ISBN 978-3-00-021219-2
Preis 32,50 Euro


Die Erbin des Grals
Roman
Helene Luise Köppel
459 Seiten - Erschienen bei: Aufbau Taschenbuch Verlag
978-3-7466-2132-6
(8,95 € *) / 16,60 Sfr