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Rennes le Château, ein kleiner Ort mit etwa 120 Einwohnern, befindet sich ca. 40 km südlich von Carcassone am Fuß der Pyrenäen. Zu Zeiten der Westgoten soll sich hier (oder besser in der Nähe) ein bedeutender Ort mit dem Namen Rhedae befunden haben. Eine befestigte Stadt mit bis zu 20.000 Einwohnern, vergleichbar mit Carcassonne. Erst später im 13. Jahrhundert ging es mit Rhedae abwärts. Die zentrale Lage im Kernland der Katharer (Albrigenser) wird dem Ort zum Verhängnis. Die Verwüstungen der Katharerkreuzüge überziehen das Land und die Stadt erlebt ihren Niedergang. Ein Wiederaufbau rettet die Stadt über die nächsten 150 Jahre. Als die Pest im 14 Jahrhundert im Land wütet erhält die Stadt ihren endgültigen Todesstoss und gleitet in die Bedeutungslosigkeit ab - soweit die gängige Geschichte.
Neuere Untersuchungen zur Lage des alten Rhedae verweisen allerdings ehr auf Limoux als auf Rennes le Chateau. Verschiedene Indizien, wie das Fehlen einer ädequaten Kirche in Rennes le Chateau sowie eine nicht ausreichende Grundfläche, die der oben genannten Einwohnerzahl Platz gegeben hätte, lassen diesen Schluss zu. Auch das Rennes le Chateau vorgelagerte Plateau weist keinerlei Gebäudereste einer größeren Stadtsiedlung auf. Kritiker dieser These verweisen auf den Umstand, dass das antike Rhedae aus Holz errichtet war und erklären damit die fehlenden Gebäudestrukturen auf dem Plateau. Archäologische Grabungen auf dem Gelände sind bis heute nicht erfolgt.

Nach zahlreichen Besitzerwechseln übernimmt ab 2002 die Gemeinde die Verwaltung (und Vermarktung) des Anwesens. Nach nur einem Jahr zieht man dann von dem alten, baufälligen Rathaus in einen völlig neu errichteten Verwaltungskomplex um. Der wahre Schatz des Abbé scheint gefunden zu sein. Das Geld fließt in Strömen und gelangt aus dem Geldbeuteln der in das Dorf strömenden Touristen in die Kasse der Gemeindeverwaltung.

Wohl auch aus diesem Grund (Gewinnmaximierung) erfolgte dann 2004 die Umbettung des Abbé von dem Dorffriedhof (kostenfrei) in den Garten der Villa Bethania (Eintrittsgebühr). Die Öffnungszeiten der Kirche wurden reduziert, um den Strom der Besucher in das Anwesen des Abbé umzuleiten. Eine gut organisierte Vermarktungsstrategie, die mit einer eigenwilligen Renovierung des Geländes einhergeht. Die geheimnisvolle, morbide Atmosphäre früherer Zeiten wird nun durch eine Kulisse á la Disneyworld ersetzt. Da bleibt dann nur zu hoffen, dass die neue Vermarktungsstrategie nicht an einem Teil der Zielgruppe vorbeigeht. 
Die Web-Site der Gemeinde von Rennes le Château: www.rennes-le-chateau.fr
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